Von Einer, die auszog das Imkern zu lernen ...

Für ihren Traum von einer sinnvollen Tätigkeit krempelt Agnes Flügel ihr Leben komplett um: Sie zieht von der Großstadt ins Schleswig-Holsteinische Nirgendwo. Ihre Adresse kann Google Maps nicht finden, ins Internet geht es nur noch im Schneckentempo und nachts ist es stockdunkel. Sie kann nicht mehr bis 22 Uhr einkaufen und hat kein Kino vor der Haustür. Um einen Latte Macchiato zu trinken, muss sie mindestens 15 Kilometer weit fahren. Und dann schmeckt er noch nicht mal.
War das wirklich eine gute Idee? Ja, das war es. Und ist es immer noch. Denn Agnes Flügel hat ihr Hobby, die Imkerei, zu ihrem Beruf gemacht und ist ihren Bienen hinterher gezogen. Die neue Heimat hält nicht nur betörende Sonnenuntergänge und wogende Weizenfelder parat. Sie konfrontiert die Autorin auch mit gefräßigen Rehen und Nacktschnecken oder im Morgengrauen lärmenden Nachbarn. Auch wenn das Landleben nicht immer das reine Honigschlecken ist, ihren Neustart hat sie noch nie bereut.

Agnes Flügel wirft einen erfrischend ehrlichen und humorvollen Blick auf ihr neues Leben in der norddeutschen Provinz. "Die Honigfrau", mit einem engagierten Vorwort von Sarah Wiener über die Bedeutung von Bienen, ist mehr als eine intelligent-unterhaltsame Lektüre: Das Buch ist ein ermutigender Appell, den eigenen Träumen zu folgen und den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Und ganz nebenbei bringt die Autorin dem Leser die phantastische Welt der Honigbienen näher. Dass dies alles mit so großer Leichtigkeit gelingt, ist vielleicht das Schönste an der Honigfrau ...